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1. Nov. 2026
Binance verspricht Kundenschutz – doch der Milliarden-Hack wirft neue Fragen auf
Binance stellt nach dem Milliarden-Hack den Schutz der Kundengelder und die Wiederaufnahme des Betriebs in den Mittelpunkt. Ermittler sehen eine nordkoreanische Hackergruppe als verantwortlich, während der schnelle Ausgleich des Schadens neue Fragen zur Sicherheit und finanziellen Stabilität der Börse aufwirft.
Die Kryptobörse Binance normalisiert ihren Betrieb nach dem bislang größten Angriff auf eine Digitalwährungsbörse. Auszahlungen wurden zunächst ausgesetzt, sollen nun aber schrittweise wieder möglich sein. Binance erklärte, rund 90 Prozent der gestohlenen Vermögenswerte gesichert oder ersetzt zu haben; später war von etwa 95 Prozent die Rede. Für die verbleibenden, weniger liquiden Token werde mehr Zeit benötigt.1
Das Unternehmen betont vor allem den Schutz seiner Kunden. „Binance wird die finanziellen Folgen der bei diesem Vorfall gestohlenen Vermögenswerte vollständig übernehmen“, erklärte die Börse.2 Nach eigenen Angaben stellte sie mehr als 6,34 Milliarden Dollar aus Unternehmensmitteln bereit. Unterstützt wurde sie demnach von Stablecoin-Anbietern und anderen Partnern, die etwa die Hälfte der Beute einfrieren konnten.
Eine zweite Perspektive liefern die Ermittler: Das FBI macht die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor für den Diebstahl von mehr als sechs Milliarden Dollar verantwortlich. Die Angreifer sollen über den Laptop eines Mitarbeiters in die Systeme gelangt sein. Das FBI warnte, die Täter könnten die Vermögenswerte über Ethereum, dezentrale Finanzdienste und Tauschbörsen waschen.3
Trotz der weitgehenden Entschädigung bleibt der Vorgang umstritten. Binance kündigte einen aktualisierten „Proof of Reserves“ an, mit dem Nutzer die Deckung ihrer Guthaben prüfen sollen.4 Zugleich stellt sich die Frage, wie der Konzern einen Schaden dieser Größenordnung so rasch ausgleichen konnte: Der eigene Sicherungsfonds SAFU umfasst laut den Berichten nur rund eine Milliarde Dollar. Die Börse verweist auf Unternehmensreserven und eingefrorene Gelder, während die schnelle Schadensbegrenzung die Debatte über Transparenz und interne Sicherheitskontrollen weiter verschärft.